Station Vinnhorst

Expoline S-Bahnhof, Hannover

Planungszeitraum 1996 - 1998
Fertigstellung 1999
Bauherr Deutsche Bahn AG
Leistungen LPH 1-5
Volumen Ca. 13 Mio. €
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man kann gegen die EXPO 2000 in hannover sagen was man will: sie hat über jeden vordergründigen expo-schnick­schnack hinaus architekturen für die zeit nach der expo-zeit generiert; einige s-bahnhöfe gehören beispielsweise dazu. so ganz sicher einige derjenigen neun stationen, die die reisenden auf der strecke flughafen-hauptbahnhof im neuen s-bahnzug durchfahren.

 

in vinnhorst konnten die architekten die gunst des brückenneubaus nutzen: sie verkleideten die neu­gesetz­ten widerlager mit einer terracottawelle so, daß unter der brücke optisch und tatsächlich platz zur straße geschaffen wurde. im treppenbereich wurde die welle so eingezogen, das sich dort, wo der glasaufzug steht, ein zur nordseite hin offener platz bildet, dessen lichter über­gangs­charakter die dunkele passage abkürzt.

 

hell wird es unter der brücke - deren terracottafaltung in der bewegten welle bei dämmerung und nachts durch downlights unterstrichen wird - auch durch die nach unten sich treppenförmig aufweitende öffnung der brücke im treppen-/aufzugsbereich.

 

die lichtgestaltung - hier sei noch auf das indirekte licht der nachts flächig strahlenden steigüberdachung genannt - sowie die schaffung von blickbezügen, transparenz und sicherheit mittels der klugen ausnutzung einer vor­ge­ge­be­nen struktur machen die bahnstation zu einem zweckbau, dessen selbstverständliche funktionalität allein das ergebnis einer klugen gesamtplanung ist; wovon wir mehr brauchen.

(benedikt kraft in DBZ 4/99)

 

Fotos: Lukas Roth