Hannover´s neuestes Rathaus

Verwaltungsgebäude mit KITA am Schützenplatz

Wettbewerb Investorenwettbewerb
Planungszeitraum 2015-2016
Fertigstellung 12.2018
Bauherr hanova GEWERBE GmbH, Hannover

Foyer Kundencenter  Rokahr Innenarchitekten BDIA

Info einblendenInfo ausblenden

„Eines der am häufigsten gebrauchten Worte in den noch leeren Räumen des neuen Verwaltungsgebäudes war ohne Zweifel das Wort lichtdurchflutet.“ So jedenfalls beschreibt die Hannoversche Allgemeine Zeitung die Schlüsselübergabe des „neuesten Rathauses“ an den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover im Februar 2019.

 

Das neue Gebäude für die Verwaltung der Landeshauptstadt ist eines der baulichen Ergebnisse des Innenstadtkonzeptes City 2020+, welches 2010 in einem transparenten Prozess und öffentlichem Dialog auf der Grundlage von zahlreichen Wettbewerben beschlossen wurde.

 

Das Grundstück an der Nordseite des Schützenplatzes in direkter Anbindung an die „Waterloostraße“, einer historischen Lavesachse gelegen, birgt mit der Neubebauung die Chance, die nördlich angrenzenden Solitärarchitekturen einzubinden und das „Regierungsviertel“ in seiner Gesamtheit zu beleben und aufzuwerten.

 

Das „neueste Rathaus“ Hannovers gliedert sich in seiner Struktur in niedrig lagernde Baukörper mit drei Turmaufsätzen, die zusammen mit den highlights der Stadt - aber vor allem mit der Kuppel des Rathauses - in der Annäherung an die Innenstadt Hannovers miteinander in Beziehung treten und stetig wechselnde, lebhafte Perspektiven bieten. Das Gebäude ist aufgrund seiner prominenten Lage rundum mit Schauseiten ausgestattet.

 

Ein dem Foyer vorgelagerter, regengeschützter Vorplatz bindet das Denkmal des Schwimmmeisters Schrader, dem hannoverschen „Lebensretter" des 18. Jahrhunderts, in den für ein derartiges Gebäude notwendigen Vorplatz ein. Das Foyer selbst bietet lichtdurchflutet über den "grünen Filter" der bereits vorhandenen Baumkulisse den Durchblick auf den Schützenplatz und ebnet über eine vorgelagerte Terrasse den Kontakt nach außen. Das Foyer öffnet sich sowohl nach unten, in das über den Schützenplatz ebenerdig zu erreichende Foyer des Fundbüros und den direkten Zugang zu den Stellplätzen, als auch nach oben in den kundenfrequentierten Bereich der Ausländerangelegenheiten. Ein an der Waterloostraße gelegenes, zum Foyer orientiertes, attraktives Bistro mit Außenbewirtschaftung bietet den Besuchern gleich am Eintritt einen Ort der Orientierung und Ruhe.Die Verwaltungsspitze ist über dem Entree an der Waterloostraße untergebracht - mit direktem Blickkontakt zum Rathaus und einer Besprechungsebene im zweiten Geschoss mit Aufenthaltsqualitäten für Mitarbeiter, Tagende und Gäste. Das Gebäude mit sämtlichen Arbeitsplätzen wurde barrierefrei und rollstuhlgerecht geplant.

 

Das moderne Kundencenter mit flexiblen Schalterplätzen für das Bürgeramt, die Kraftfahrzeugzulassung und die Stelle für Ausländerangelegenheiten befindet sich im Erdgeschoss an das Hauptfoyer angrenzend und kann direkt über einen Zugang, der auf den gegenüberliegenden Haupteingang in die Landesbibliothek Bezug nimmt, erreicht werden. Der dritte Eingang mit städtebaulicher Dominante zum Waterlooplatz besetzt das westliche Ende des Gebäudes. Im Erdgeschoss gliedert sich eine Kindertagesstätte für zwei Gruppen an, die in unmittelbarer Nähe jungen Familien optimale Arbeitsbedingungen garantiert. Der dazugehörige Außenbereich ist nach Westen ausgerichtet und wird durch eine Stützwand begrenzt.

 

Anknüpfend an die expressionistische Architektur der hannoverschen Südstadt, das prägnante Anzeiger-Hochhaus von Fritz Höger sowie die kleinen Pavillons auf dem Schützenplatz wird die Fassade des Gebäudes durch einen kräftig gebrannten, dunkelroten Klinker geprägt. Strukturiertes Mauerwerk gliedert die unteren drei Geschosse. Besondere Funktionsbereiche im Inneren wie das Kundencenter oder die KITA werden von außen durch helle Betonfertigteilfassaden hervorgehoben.

 

Trotz seiner Größe gliedert sich das Gebäude mit einem inneren Atrium in die vorhandene Bebauung ein, verliert nicht den Maßstab und lässt die Stadt an dieser Nahtstelle weiter zusammen wachsen.

 

Fotos: Marcus Bredt, Berlin