Bahnhof Lingen

Bahnhofsplatz und ZOB

Wettbewerb 2007
Bauherr Stadt Lingen / Ems
Leistungen Gutachten
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die auf den besuchenden betrachter bei erstem hinsehen zurückhaltend wirkende, bestehende anlage des busbahnhofes verlangt nach einer lösung, die nicht nur den funktionalen erfordernissen von verkehrsicherheit und reibungslosen funktionsabläufen gerecht wird, sondern auch den energetischen aspekten an nachhaltiges bauen entspricht.
wir plädieren an prominenter stelle für ein "öffentliches" bauwerk der stadt lingen mit vorbildcharakter, dessen energiekonzept auf begrenzte ressourcen völlig verzichtet und mit eigenwärme beheizt und gekühlt wird.
die neuen aufenthalts- und wartebereiche fügen sich mit ihren klaren und präzisen formen in die ortsprägende "grüne" baumkulisse schnörkellos ein, unterstützen die sachlich-funktionale anlage des neuen komfortablen busbahnhofes und arrondieren damit das ensemble des bahnhofs lingen in signifikanter, gern erinnerbarer art und weise.

die indirekt und gleichmäßig bestrahlte, weiße untersicht der betonscheiben beider durchlaufenden dächer sorgt bei dunkelheit gleichsam wie eine lichtfläche für eine technisch optimale und gestalterisch angenehme, blendfreie ausleuchtung des gesamten platzbereiches.  die entwässerung der dächer erfolgt punktuell über die stützen.

die verwendung der ortstypischen roten ziegelfassade läßt das betriebsgebäude mit dem denkmalgeschützten historischen bahnhofsgebäude in einen neuen, aber zugleich vertrauten dialog treten:
eingespannt zwischen beiden bauwerken wird der öffentliche personennahverkehr abgewickelt. eventuell anzumerkende einschränkungen aufgrund der südlichen lage des betriebsgebäudes und damit verbundener wegelängen werden durch die "städtebaulich runde" gesamtanlage mit den vorteilen einer nicht nur "gefühlten" sicherheit für passanten bei weitem aufgewogen.

der niveauversprung zu dem neu zu realisierenden bahnsteig östlich der bussteige wird mit vielfältigen zugangsmöglichkeiten zum bahnhofsplatz ausgeglichen und thematisiert :
sitzstufen unter einem schützenden dach erhöhen die gewünschte aufenthaltsqualität und garantieren die erforderliche transparenz, die ein kombi-bus-bahnsteig an dieser stelle bieten muss. großzügige rampenanlagen ermöglichen den barrierefreien zugang zum bahnsteig mit fahrrradabstellmöglichkeiten  -  nicht nur für gehandicapte.

abgesenkte fahrbereiche zwischen den bussteigen ermöglichen ein barrierefreies bewegen in nord-süd-richtung und sichern zugleich bequemes ein- und aussteigen in die busse.
mit hilfe einer stimmigen, einheitlichen materialwahl des bodenbelages wird nicht zuletzt einer zergliederung der stattlichen flächen vorgebeugt. anempfohlen wird in jedem falle ein wertiger materialkanon. die materialwahl sollte ganzheitlich abgestimmt und verabschiedet werden und für das gesamte areal des bahnhofsplatz gültigkeit erlangen.

in energetischer hinsicht empfehlen wir den einsatz einer wärmepumpe, die aufgrund der geringeren vorlauftemperaturen an eine normal arbeitende fußbodenheizung angeschlossen ist. die stromerzeugung kann auf den bussteigüberdachungen mit einer fotovoltaikanlage des systems evalon-solar von alwitra erfolgen: uni-solar-pv-module sind kraftschlüssig und wasserdicht auf eine kunststoffdachbahn aufgebracht und zeichnen sich durch ein geringes eigengewicht aus. das betriebsgebäude selbst ist mit einem extensiv begrünten, innenraumklima-freundlichen dach hinter der aufgehenden attika eingedeckt. automatisch gesteuerte verschattungselemente und vordächer vor den glasfassaden senken die kühllasten, schalten das blendlicht aus und sorgen dennoch für lichtdurchflutete, zeitgemäße und repräsentative arbeitsräume mit gutem innenraumklima, trotz eingeschossiger bauweise.