allerufer

neuordnung der stadtkante
Verden an der Aller

Wettbewerb städtebaulicher und freiraumplanerischer wettbewerb - 1. preis
Planungszeitraum 03|2009 - 05|2009
Bauherr Stadt Verden an der Aller

Zusammenarbeit mit

lohauscarl landschaftsarchitekten - hannover

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Das kostbare Antlitz der Stadt Verden an der Aller wird im Bereich der Norderstadt neu gefasst und klar definiert. Die geplante baulich räumliche Entwicklung arrondiert maßstäblich die Stadtstruktur, würdigt signifikant die hierarchische Silhouette der Altstadt in Anlehnung an den historischen Stadtgrundriss, formuliert einen markanten Stadteingang am Nordertor und belässt einen großzügigen Uferpark mit Weitblick in die ausgedehnte Auenlandschaft.

 

Der Norderstädtische Markt wird zum Entree in den Uferpark und die Allerauen. Die in die Flucht der Ritterstraße gerückte bauliche Fassung an der Westseite des Marktes eröffnet neue Blickbeziehungen und Wege zur Aller. Sie münden im Vestibül der historischen Altstadt, dem Allerplatz, der, flankiert vom Nachbarschaftskaufhaus und vom ****Hotel, wasserseitig den freundlichen Empfang in die Altstadt offeriert. Die innerstädtische Platzfolge vom Domplatz über Lugenstein, Aufweitung der Große Straße und Norderstädtischer Markt, wird auf diese Weise durch einen prominenten Stadtplatz mit Blick auf die Aller bereichert.

Die Reeperbahn, verlängert und mit den Straßen am Nordertor und am Allerufer vernetzt, umschreibt die bauliche Stadtkante zur Aller als Promenade.

Sie definiert gleichzeitig den hochwassergeschützten Bereich. Ihr Verlauf wird wasserseitig von einer maximal 1 Meter hohen Hochwasserschutzeinrichtung begleitet, eingebettet in eine Hecke. Die kombinierte Hecke/Hochwassermauer befriedet den Park zu den auf der Reeperbahn fahrenden und parkenden Fahrzeugen (100 Senkrechtparker) und schafft so den wertigen Rahmen für eine wasserseitige Stadt- und Parkpromenade.

Die Hochwasserschutzeinrichtung begleitet die Reeperbahn bis zur Straße am Nordentor. Dort verschleift sie gegen Null, sobald die Straße die hochwassergeschützte NN-Höhe von 14.50 erreicht hat.

Um die Wegeverbindungen zwischen Innenstadt und Uferpark zu stärken, ist die Hecke/Mauer im Verlauf der für Verden typischen „Gänge“ zugunsten einer Wegeverbindung zur Aller unterbrochen.

Die niedrige Mauer als Hochwasserschutzeinrichtung hat den entscheidenden gestalterisch-funktionalen Vorteil, dass die Wegeverbindungen der natürlichen Topographie folgend, barrierefrei bis zum Ufer fortgesetzt werden können. Darüber hinaus kann das Relief im Uferpark soweit abgeflacht werden, dass über die ein Meter hohe Hecke hinweg bereits von der Reeperbahn aus das Wasser der Aller sichtbar und erlebbar wird. Dieses ist heute durch die Aufschüttung des Parkplatzes nicht der Fall. Vor dem Hintergrund dieser entscheidenden städtebaulich-gestalterischen Vorzüge ist der leicht erhöhte Aufwand der Schottenschließung in seltenen Hochwasserfällen in Kauf zu nehmen.

Im Übergang zum Allerplatz ist der Hochwasserschutz als langes, zur Aller orientiertes Banksofa ausgebildet – ein Ort mit Panoramablick, zum Genießen von Sonnenuntergängen.

Alternativ bieten sich die Rasensitzstufen am Allerufer an, die gleichzeitig Anlandepunkt für Paddler und Kanuten sein können.

In Verlängerung der Blumenwisch ist zudem ein neuer Anleger für die Fahrgastschifffahrt platziert, der Touristen über den Allerplatz einen selbstverständlichen, erinnerbaren Weg in die Innenstadt weist.

Der nördliche Teil des Uferparks ist als leicht zur Aller abfallende, großzügige, locker mit Solitärbäumen gegliederte Wiese gestaltet. Im Anschluss an den Allerplatz ist ein Teil der Wiese als Schotterrasen befestigt und somit multifunktional als Festwiese nutzbar.

Im südlichen Teil des Uferparks wird der vorhandene Baumbestand weitgehend erhalten und die vorhandene kleinteilige Struktur zur Integration von generationsübergreifenden Spiel- und Bewegungsangeboten genutzt.

Wünschenswert wäre die Fortsetzung des Alleruferwegs z.B. als Steg entlang des vorhandenen Privatgrundstücks bis zum Bollwerk. Am Bollwerk wird die Erschließungssituation neu geordnet und die Zugänglichkeit zum Wasser verbessert.